Standorte aller Einrichtungen
08.09.2011, von Frank Conrady

Rückbau erfolgreich beendet

Wohnheim St. Cyriakus des Caritas Zentrums nach 28 Jahren abgerissen

Riesige Bagger reißen das ehemalige Wohnheim in der Mendiger Thürer Straße ein. 28 Jahre war es die Heimat vieler Bewohner des Caritas Zentrums. Auf dem nun freien Baugelände soll der neue Kindergarten St. Nikolaus entstehen.

Die Abrissarbeiten am Wohnheim St. Cyriakus des Caritas Zentrums in Trägerschaft der St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe GmbH sind beendet. Das Gebäude in der Thürer Straße in Mendig gehört der katholischen Pfarrgemeinde St. Cyriakus in Mendig und war in Erbbaupacht an das Caritas Zentrum vermietet. Der Zweckbau aus den Siebzigern war als Schwesternwohnheim des damaligen Mendiger Krankenhauses gebaut worden. Die Energiebilanz des ungedämmten und einfachverglasten Gebäudes war schon lange nicht mehr zeitgemäß und die Aufteilung des Gebäudes nicht mehr dem Zweck entsprechend.

Die Geschichte des Caritas Zentrums in Mendig begann 1983 mit eben diesem Gebäude, das jetzt endgültig vom Erdboden verschwunden ist. Es bildete den Ausgangspunkt der jetzigen überregional bekannten und etablierten Einrichtung für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. Erst später wurden auch die Gebäude und das Gelände des ehemaligen Krankenhauses sowie des danebenliegenden damaligen Altenheims vom Caritas Zentrum übernommen. Vor 28 Jahren zogen die ersten Menschen mit geistiger Behinderung nach Mendig und fanden hier Heimat. Heute, fast drei Jahrzehnte später, prägen die Bewohner des Caritas Zentrums wie selbstverständlich das Stadtbild von Mendig mit, sind integriert und werden von der Bevölkerung freundschaftlich als Bürger der Stadt angenommen.

Für die Bewohner des Wohnheimes bedeutete der Abriss ein Umzug in kleine Wohnhäuser in Mendig, Mayen und Polch, die in der Nähe ihrer Arbeitsstätten sind. Das Caritas Zentrums entwickelt sich in dieser Hinsicht stetig weiter: Dezentralisierung ist nicht nur ein Schlagwort oder eine Forderung der Landesregierung, die nur auf dem Papier besteht, sondern wird konsequent umgesetzt und steigert die Lebensqualität vieler Bewohner um ein Vielfaches. Ziel ist es, sich weg von den großen Einrichtungen hin zu kleinen, gemeindeintegrierten und gemeindenahen Wohnformen zu entwickeln.

„Viele unserer Bewohner und auch die Mitarbeiter erfüllt es verständlicherweise mit etwas Wehmut, wenn sie jetzt vor dem planierten Grundstück stehen und das Gebäude, das ihnen lange Zeit gedient hat, nicht mehr da ist“, sagt Einrichtungsleiterin Klaudia Racke-Hackenbruch. „Gleichzeitig freuen wir uns sehr über den Erfolg der neuen Wohnangebote und die damit gewonnene Wohnqualität für unsere Bewohner. In der Heidenstockstraße in Mendig entsteht zurzeit eine neue gemeindeintegrierte Wohneinheit für 24 Menschen mit geistiger Behinderung, die voraussichtlich Ende 2012 eröffnet und bezogen werden kann“, erläutert die Einrichtungsleiterin.